Einmal über Bangkok bitte… 7


Es ist schon eigenartig – ich beginne immer eine solche Reise etwas nervös, aufgeregt und entgegenfiebernd. Gedanken ob man wirklich an alles gedacht hat werden immer stärker, die Dokumente und der Rucksack werden nochmal und nochmal gecheckt. Es sind bei mir Momente, die sich sicherlich mit Vorfreude und Lampenfieber des ersten Schritts auf diese Reise abtuen ließen, es sind aber auch Momente, die ich genieße und ich fast meditativ bei mir bin.

Und dann der Sprung – los.

Los mit dem Zufallen der Wohnungstür, los mit der Fahrt zum Flughafen, los mit den Check-Ins, Starts, Landungen, viel zu häufigen Essen in der Luft, los mit dem durchstreifen der Zeitzonen, bis der Körper nicht mehr weiß, ob er eigentlich schlafen oder wach sein soll.

Und doch ist dieser Start für mich so viel anders als alle Starts bisher. Meine Abreise ist davon getrübt, dass mein stets guter Freund und verlässlicher Reisepartner Achim kurzfristig nicht dabei sein kann. Wir erlebten gemeinsam bei den Planungen die Vorfreude, entwickelten die Ideen um Myanmar, nahmen alle Buchungen und Visahürden in einer positiven Selbstverständlichkeit. Doch im letzten Moment stellte das Leben Achim eine noch viel größere Herausforderung vor, bei der ich ihm wahnsinnig viel Energie und Kraft wünsche.

So stehe ich allein am Check-in, fühl mich anfangs noch fast wie auf einer gewohnten Geschäftsreise, komme mit einigen anderen Urlaubern ins Gespräch – Seychellen? Tauchen? – ja, auch ein cooles Vorhaben – noch nicht meins…

Neben mir ist der Sitzplatz im Flieger leer, ich breite mich aus, irgendwie sehe ich gedanklich Achim unter meinem ganzen Haufen aus Literatur, Decken, Kissen. Viel Zeit, um sich Gedanken zu machen, über sich, mit dem Trip, den tollen Wünschen, Gedanken und Mitgaben der Zurückgelassenen. Meine Planung und Reihenfolge der Zielorte stelle ich nochmal etwas um, da ich kurz vor Abreise noch eine Einladung von Myat Su zum ersten Musikfestival in Myanmar überhaupt habe. Es soll kommendes Wochenende stattfinden. Eine tolle Chance sich unter die Locals zu mischen und mit ihnen zu feiern. Dann kommt der Strand eben dazwischen und nicht zum Schluss. Mal sehen ob dies gelingt. Ob nun mit oder ohne Festival – es wird eine tolle Reise.

Eine Reise nicht nur durch ein neues herzliches Land im Umbruch mit viel Kultur, sondern sicher auch eine Reise zu mir selbst. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals drei Wochen am Stück irgendwo allein verbracht zu haben. Das wird eine völlig neue Erfahrung. Aber auch auf diese freue ich mich schon heftig.

Gerade beginnt der Landeanflug auf Bangkok, es sollen beschauliche 35 Grad sein und meine Uhr zeigt jetzt 19 Uhr an. Wieder 4 Stunden weg, aber die hole ich mir beim Heimflug wieder 😉

image


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 Gedanken zu “Einmal über Bangkok bitte…

  • Peggy Sprenger

    Hallo lieber Jan,
    vielen Dank für Deine ersten Zeilen…klingt alles sehr aufregend und spannend…
    Deine Temperaturen sind nicht vergleichbar mit unseren,es ist hässlich nass kalt und es liegt der erste Schnee…
    Ganz liebe Grüße von Mutti & Vati.Sie verfolgen Deine Reiseberichte sehr intensiv und freuen sich schon auf den nächsten…
    Liebe Grüße die Abtsdorfer

    • Lando Autor des Beitrags

      Hi ihr Lieben. Ja, dem Schnee bin ich wohl entflohen. Dafür lief mir heute der Schweiß nur vom Rumstehen und Busticket organisieren. Schön zu wissen, dass ihr ein Auge auf mich und meine Reise habt. Es fühlt sich alles bisher sehr charmant an. Morgen geht es an den Strand zum ersten Musikfestival in Myanmar. Oh oh – na mal schauen. Sonntag geht es dann via Nachtbus nach Kalaw, wo ich eine Trekking-Tour machen will. Na, mal sehen ob es klappt.
      Grüße
      Jan

  • volker

    Eine tolle Zeit steht an.
    Ja das mit dem allein das macht mir auch Sorgen.
    Kauf dir eine Handpuppe für den Anfang.
    Wir wünschen dir Events , tolle Leute, Natur …..
    Genieße das allein sein.

    • Lando Autor des Beitrags

      Hi Volker und Netti!
      Momentan ist es eine echt interessante Erfahrung, seine eigene Geschwindigkeit beim reisen zu entdecken. Viele Dinge sind einem total fremd und man muss noch energischer erklären, dass man keine Hilfe über die Straße möchte 😉 um den ersten schrägen Angeboten aus dem Weg zu gehen. Handpuppen gibt es hier wie Sand am Meer und vielleicht benötige ich noch während der Reise eine -schauen wir mal…
      Ich fühle mich hier relativ sicher und die Leute sind freundlich und neugierig. Bisher also alles bestens…

      Schöne Grüße nach Berlin
      Jan

  • Martina und Bernd

    Hallo Jan,

    unsere Gedanken sind schon seit dem 20. bei dir, trennt uns doch wohl nur ein Längengrad von einander. Die Temperaturen sind sicher annähernd gleich. Wir wünschen dir das dein Rucksack alles beinhaltet was du für diesen schönen aber auch anstrengenden Trip benötigst. Wir hoffen für dich auf viele Begegnungen mit netten Menschen und ab und an ein erfrischendes Bad in irgendeinem Fluß, Bergsee oder aber in der Adamanensee. Unsere Zeit in Nord Sulawesi geht langsam dem Ende entgegen. Am Samstag heißt es dann Abschied nehmen. Wir wünschen dir einen wahnsinnig schönen Trip und wir werden immer nach deinen Reiseberichten Ausschau halten.

    Für dich und deinen Reisebegleiter eine schöne Zeit und bleibt vor allem gesund.

    Es grüßen wir von der Ostsee aber zurzeit aus dem Bastianos Lembeh Diving Resort.

  • Martina und Bernd

    Hallo Jan,

    ich konnte Anfangs nicht alles Laden (WLAN in der Lembeh) somit haben wir erst jetzt erfahren, dass du diesen Trip allein durchziehst. Es tut uns leid für dich aber es ehrt dich,dass du dich von deinem Ziel nicht abbringen lässt. Alles Gute und vielleicht findet sich ja eine angenehme Reisebegleitung.

    Martina und Bernd

    • Lando Autor des Beitrags

      Hallo Martina und Bernd. Richtig schön von euch zu lesen, wo ihr ja selbst beim Aufsaugen von Eindrücken seid. Aus Deutschland gesehen, hängen wir wirklich dicht beisammen 😉
      Ich genieße die Reise, wenn auch spontan allein wirklich sehr. Wurde ja super in Yangon empfangen und auch sonst verlief alles zwar recht aufregend aber so gesehen auch sehr reibungslos. Ich bin gut in der Zeit und morgen geht es Richtung Strand. Gestern Abend konnte ich Eindrücke vom Vollmondfest sammeln. Aber das gibt es im nächsten Artikel. Euch wünsche ich eine für Heimreise, jedenfalls angenehmer als die Hintortur.
      Liebe Grüße,
      Jan